• Achim Becker

Episode 5: Bildung für nachhaltige Entwicklung

Was im Hintergrund geschieht …



„Zielstrebigkeit und Geduld …“, damit war unser letzter Blogeintrag (LINK) bereits überschrieben. Seitdem sind drei Monate vergangen und noch immer prägen uns diese beiden Eigenschaften, denn die Zeit des Wartens ist augenscheinlich nicht vorbei. Das Virus hat längst auch Afrika und den Senegal erreicht und wir stellen einmal mehr fest, in welch privilegierter Situation wir hier in Deutschland leben. Warmes Wasser und Seife für die wichtigste Schutzmaßnahme nach dem physical distancing Händewaschen stehen hier allseits zur Verfügung. Das sieht im Sengal schon ganz anders aus. An eine nächste Reise in den Senegal, Fortführen wichtiger Gespräche und Verhandlungen ist noch immer nicht zu denken, unsere Geduld ist weiterhin gefragt. Wir würden so gerne die Koffer packen……

Aber eben nur augenscheinlich passiert nichts. Direkt nach Vereinsgründung im letzten Oktober hatten wir Fördergelder des Ministeriums für Bildung und Kultur des Saarlandes für den Bereich Entwicklungszusammenarbeit erhalten, die 2019 noch in Bildungsprojekte investiert werden mussten. Neben der Errichtung eines Social Business und der Schaffung einer Wertschöpfungskette um den Plastikmüll zu verringern, ist ein weiterer wichtiger Baustein unserer Arbeit die Umweltbildung gerade in der jüngeren Generation. Mit der Förderung des Kultusministeriums konnte unser Förderverein Aventurin Waste e.V. also Umweltbildungsprojekte in Kaffrine unterstützen. Was genau ist da passiert?



Kaffrine ist eine kleine Stadt vier Autostunden westlich von Dakar entfernt (mit dem Sept-Place dauert es natürlich wesentlich länger ☺) Das Gesicht der Stadt KAFFRINE ist, wie fast alle Kommunen im Senegal, nicht schön anzusehen: Müllhaufen, Schutthaufen, Plastiktüten, Hausmüll dienen als Kulisse, trotz der Bemühungen der Gemeinde. Hier ist das Projekt SEN-ECOKAF angesiedelt, welches den Menschen durch Umweltbildung ein Bewusstsein dafür geben möchte, was die Konsequenzen für die Natur und für sie selber sind, wenn der Müll in der Landschaft landet und von Zeit zu Zeit angezündet wird, was hier gängige Praxis ist, da es ja anschließend “augenrein” ist.



SEN-ECOKAF schrieb also einen Wettbewerb aus, in dem es darum ging, Jugendlichen, Studierenden und Lehrkräften die Möglichkeit zu geben, einen Rahmen für die Entwicklung, Reflexion und Argumentationstraining zu aktuellen Themen zu geben. Zum Thema wurde die Müllsituation der Stadt gemacht. Es war DIE Gelegenheit für SEN-ECOKAF, Sensibilisierungsbotschaften über die Erhaltung der Umwelt, den Kampf gegen die Verbreitung von Kunststoffabfällen und die Möglichkeiten des Recyclings weiterzugeben.


Vier Schulen der Region Kaffrine und die Universitäten Dakar und Kaolak und damit 350 Schüler*innen und Student*nnen nahmen an diesem Umweltbildungsprojekt und an den verschiedenen Veranstaltungen teil. Es gab Wissensquizze und Debattierduelle, aus denen schließlich auch zahlreiche Gewinner hervorgingen. Zum Projektabschluss wurden Preise für folgende Sieger vergeben:

1. eine Meistermannschaft

2. ein aufstrebender Vize-Meister der Ingenieurwissenschaften

3. der beste öffentlich sprechende Debattierer

4. das beste Team in der wissenschaftlichen Forschung

5. bestes Team in der Botschaft zum NATION-Thema: Erhaltung der Umwelt




In diesem Projekt erlebten die Schüler*innen und Student*innen nicht nur eine starke Gemeinschaft, sondern sie erlernten und reflektierten die Bedeutung und die dringende Notwendigkeit des Umweltschutzes. Sie haben die Rolle von SEN-ECOKAF kennengelernt, die sich aktiv durch die Etablierung eines Abfallsammelsystems für die schrittweise und endgültige Beseitigung illegaler Deponien einsetzen. Es haben sich ihnen die Zusammenhänge erschlossen zwischen diesen illegalen Deponien und Brutstätten von Ratten und anderen Tieren, die tödliche Krankheiten wie Malaria, Durchfall und Cholera übertragen. Sie haben die Notwendigkeit des Umweltschutzes für die Gesundheit von Mensch und Tier und die notwendige Verringerung von schädlichen Abfällen in der Natur verstanden.

Dies gibt uns Grund zur Hoffnung und Zuversicht. Denn das war unser erklärtes Ziel: das Handeln gerade der jüngeren Generation im Senegal durch Umweltbildung zu beeinflussen. Wir sind sehr froh, dass der Förderverein Aventurin Waste e.V. durch die Förderung des Kultusministeriums mit dazu beitragen konnte, dieses wichtige Projekt zu realisieren! Für ein weiteres Projekt 2020 haben wir bereits Ende 2019 eine erneute Förderung beantragt und vor wenigen Tagen zugesagt bekommen. Auch in diesem Bereich kann unsere Arbeit also fortgesetzt werden.



Uns beflügelt dieses Projektergebnis. 350 junge Senegalesinnen und Senegalesen haben verstanden und geben dieses Wissen, geschult durch das Argumentationstraining, an Freunde, Bekannte und Familien weiter. Ein Schneeballeffekt. Es werden täglich mehr. Und auch wenn derzeit auch der Senegal gefangen ist durch Covid 19, dieses Wissen ist in den Köpfen dieser jungen Menschen, sie haben verstanden und werden dazu beitragen, dass sich etwas ändert. Und wir werden weiterhin dabei unterstützen wollen und unser Projekt vorantreiben, denn auch wir haben verstanden, dass wir nicht voreilig aufgeben dürfen.


Und es tut sich was im Hintergrund, wir Netzwerken, schreiben Anträge, bringen Menschen zusammen, ziehen Strippen……


Aber davon mehr im nächsten Blog!


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